AGENDA


VOM TRUTZEN UND LIEBEN

Volkslieder von nah und fern mit Werken von Reger, D‘Indy, Holst, Aharoni u.v.m.


Freitag, 14. Juni 2019          19.00 Uhr Reformierte Kirche Pratteln
Samstag, 15. Juni 2019       19.00 Uhr Franziskanerkirche Solothurn

Sonntag, 16. Juni 2019        17.00 Uhr Peterskirche Basel


In unseren Konzerten zum Thema "Volkslieder" werden wir ein Spektrum an Volksliedern für A-Cappella-Chor vorstellen. Dazu beschäftigen wir uns mit Kompositionen verschiedener Komponisten aus unterschiedlichen Ländern. Einerseits möchten wir die Spannung aufzeigen und erlebbar machen, welche durch die Verbindung von den ursprünglich schlichten Volksliedern und den kompositorisch neu hinzugekommenen klassischen Komponenten erzeugt wurde. Eine Spannung also zwischen Traditionellem und Neuem. Jeder der ausgewählten Komponisten illustriert dabei einen Weg, wie Volksmusik beim Umbruch zum 20. Jahrhundert in die sogenannte „klassische“ Musik eingetreten ist. Andererseits möchten wir ein Bewusstsein dafür schaffen, wie in unterschiedlichen kulturellen Kontexten mit denselben alltäglichen „Volksliedthemen“ umgegangen wird und wie sich dieser Umgang dann in den kompositorischen Werken widerspiegelt. Während Themen wie Liebe, Natur und Arbeit überregional in den jeweiligen Volksliedern zu finden sind, erzählen unterschiedliche Kulturkreise die dazugehörigen Geschichten dennoch auf ihre eigene Art und Weise. Dies anhand von Volksliedern zu lauschen und erfahren ist äusserst interessant. Um ein möglichst grosses Spektrum an einerseits kompositorischem Umgang mit den ursprünglichen Volksliedern und andererseits verschiedenen Kulturkreisen aufzeigen zu können, werden wir Stücke aus fünf verschiedenen Ländern präsentieren: der Schweiz, Deutschland, Frankreich, England und Israel. 

 

Grundsätzlich können Volkslieder durch ihre Zugänglichkeit und Schlichtheit charakterisiert werden. Sie bestehen aus einfachen Harmonien und Rhythmen, ihre Texte drehen sich um Themen des Alltagslebens. Klar und leicht verständlich, teilweise mit Humor, wird von alltäglichen Situationen erzählt und gesungen; von der wunderbaren Natur, der Heimat, der Arbeit auf dem Feld, dem Trinken in der Taverne, von Liebe mit all ihren Freuden und Leiden. 

 

Im Laufe der Geschichte – vor allem im 19. und 20. Jahrhundert – haben Komponisten der klassischen Musik diese Vorzüge der älteren Volkslieder entdeckt und mit Einbezug von komplexeren Harmonien sowie Polyphonie neu aufgearbeitet und so für den Konzertsaal „tauglich“ gemacht. Den Komponisten dieser Zeit war es ein Anliegen, die musikalischen Traditionen ihres jeweiligen Heimatlandes zu ehren. So behielten sie einige Teile des bis anhin einfachen Volkslieds bei, während sie durch Innovation im kompositorischen Bereich andere Aspekte radikal erneuerten. Ziel war es aber immer, den ursprünglichen Charakter der Volkslieder beizubehalten.